Spritzprägen

Das Spritzprägen ist ein abgewandeltes Spritzgiessen. Dabei wird die Kunststoffschmelze als sog. Massekuchen in das praktisch drucklos, nicht völlig geschlossene Werkzeug eingespritzt. Unter der Wirkung des sich nach dem Einspritzen aufbauenden Schliessdrucks wird das Formteil endgültig ausgeformt. Bei einer Variante kann die Kavität komplett gefüllt werden. Der ansteigende Innendruck öffnet das Werkzeug um einen kontrollierten geringen Weg. Durch Anheben der Schliesskraft wird Druck auf die Formmasse ausgeübt und ein relativ spannungsarmes Formteil ausgeformt. Diese Variante wird bei der Herstellung von Datenträgern aus Polycarbonat (PC) verwendet (CD, DVD). Das Spritzprägen wird bei Thermoplasten und bei Duroplasten angewendet. Bei Duroplasten entfernt man flüchtige Bestandteile, z.B. Luft oder Wasserdampf, der aus der Feuchtigkeit der Formmasse und dem Reaktionswasser während der beginnenden Aushärtung im Werkzeug entsteht. Die endgültige Verdichtung der duroplastischen Formmasse ist hier besonders vorteilhaft hinsichtlich der Qualität. Spritzprägen kann man auf Maschinen aller Bauarten. Besonders einfach lässt sich der Arbeitsablauf auf der Schliessseite auf Maschinen mit vollhydraulischem Schliesssystem steuern. Der Arbeitsablauf ist programmierbar und kann auch bei Duroplastverarbeitung gut auf den Umwandlungsprozess der Formmasse zum Formteil und die jeweilige Härtungscharakteristik angepasst werden. Die beim Spritzgiessverfahren bei faserverstärkten Formmassen auftretende Faserorientierung wird beim Spritzprägen teilweise aufgehoben. Spritzprägen liefert bei allen Kunststoffen Formteile mit sehr guter Oberfläche und geringer mechanischer Anisotropie.

Quelle: Wikipedia

 



Kunststoff-Lexikon.com ist das Lexikon für die Kunststoffbranche und enthält 415 Einträge

  Startseite               Links               Copyright-Hinweis               Impressum              Suchen 

 

Kunststoff-Lexikon Logo neu

 

☰Menü  

Der Titel der Seite wird von NetObjects Fusion generiert